IT funktioniert.
Und Abhängigkeiten entstehen.
Entscheidungen lagern sich aus.
Abhängigkeiten stabilisieren sich.
IT-Entscheidungen werden nicht bewusst getroffen, sondern durch vorgegebene Entscheidungsprämissen ersetzt.
Standardlösungen sind auf sofortige Anschlussfähigkeit ausgelegt – und genau deshalb wird selten gefragt, welche Abhängigkeiten damit langfristig entstehen.
Abhängigkeit beginnt selten als Risiko.
Sie beginnt als Erleichterung.
Komplexitätsreduktion ist keine Entscheidung.
Entscheidungsrelevant ist die Fortsetzung von Entscheidungsfolgen
über Entscheidungsprämissen wie:
- Produktlogiken (Hersteller)
- Anschlusszwänge (Plattformen)
- Rechtliche Filter (Lizenzen)
- Zukunftspfadbindungen (Roadmaps)
Kontrolle geht dabei nicht abrupt verloren.
Sie verdünnt sich.
Technisch zeigt sich diese Verdünnung sehr konkret:
Systeme können nutzbar sein, ohne verfügbar zu sein. Daten können erreichbar sein, ohne unter eigener Entscheidungsfähigkeit zu stehen.
Nutzung setzt Funktionsfähigkeit voraus. Verfügbarkeit entscheidet über Fortsetzbarkeit. Diese Unterscheidung wird oft erst relevant, wenn Alternativen fehlen.
Individuelle Optimierung bleibt lokal, ihre Effekte sind nicht skalierbar. Jedes Unternehmen, das dieselben Grundentscheidungen immer wieder neu treffen muss, reproduziert Zeit-, Kosten- und Abhängigkeitsaufwand.
Nicht jede Entscheidung muss immer wieder neu getroffen werden. Organisationale Stabilität zeigt sich, wo Entscheidungen vorab getroffen und langfristig verfügbar gemacht werden.
FreeData beobachtet Formen vorentschiedener Struktur: Arrangements, die entlasten, indem sie Alternativen reduzieren und dadurch Entscheidungsfolgen erkennbar machen.
- in technischen Infrastrukturen und Architekturen
- in softwarebasierten Betriebs- und Dokumentationsformen
- in Beschreibungen von Entscheidungsfolgen
Was unter Souveränität verstanden wird, entscheidet sich nicht an Technologie, sondern daran, ob Entscheidungen unter Abhängigkeit fortgesetzt, verändert oder zurückgenommen werden können.